DU SCHAFFST DAS

Verfasst von Eva Hochstrasser, Dezember 2020


Das halte ich schon aus!

Ich habe schon viel Schlimmeres in meinem Leben ausgehalten!

 

Kennst du diesen Satz?

 

Lange Zeit bestand unser Verständnis von Leben darin, dass es nunmal schwer ist, etwas zu erreichen, und dass man nur zu etwas kommt, wenn man sich mächtig anstrengt.

Nur dann ist es auch etwas wert.

 

Wer zimperlich ist, wer Schmerzen nicht aushält, wer gleich aufgibt, hat schon verloren.

 

Doch woher kommt diese Haltung?

Und entspricht sie der Wahrheit?

 

Wenn wir in die vorangegangenen Generationen zurückblicken, wird ziemlich schnell klar, dass dieses Denken nicht einfach nur einer hohle Phrase entspringt:

Es ist das, was unsere Eltern und Großeltern erfahren und durchlebt haben.

Es wurde durch das Erleben Gewissheit.

Das Leben ist hart.

Das Leben ist schwer.

Im Leben bekommt man nichts geschenkt.

 

Die vielen Kriege haben zerstört, was danach müheslig wieder aufgebaut werden musste.

Häuser, Städte, Arbeitsplätze.

Menschlichkeit, Vertrauen, Liebe.

Vor allem Frauen waren im Wiederaufbau besonders gefordert, denn ihre Männer sind im Kampf gefallen und nicht mehr nach Hause zurückgekehrt.

ICH STEHE WIEDER AUF

Das Stehaufmännchen ist in meinen Augen Sinnbild dieser Generationen.

Denn Aufgeben gabs nicht.

Zumindest nicht, wenn es um äußere Umstände ging.

Innerlich haben sich sehr viele Menschen in diesen Zeiten verloren und aufgegeben.

Durchhalten und weitermachen lautete die Devise, die auch von der Politik so propagiert wurde.

Und daraus entstanden Grundhaltungen, Denkmuster und folgernd automatisierte Erziehungs- und Handlungsmuster.

Emotionen? Fehlanzeige.

 

Nur die Harten kommen durch.

 

Heute nennt man es liebevoll: "Hinfallen, Krönchen richten, Weitergehen".

Aber ist das wirklich zeitgemäß?

Wollen wir diese Haltung tatsächlich an die nächste Generation weitergeben?

Geht es wirklich nur darum, weiterzugehen?

Keine Emotionen zu zeigen?

Hart zu bleiben?

Ziele zu erreichen?

Wachstum zu generieren?

Und die wohl wichtigste Frage lautet: WOZU?

WOFÜR STEHE ICH AUF

Angenommen, ich will einen Berg erklimmen.

Ich stelle mir vor, wie es sein wird, diese herrliche Weitsicht, die klare Luft, die Endorphinausschüttung nach dem beschwerlichen Aufstieg.

Das Gefühl von Leichtigkeit, Freiheit, Grenzenlosigkeit, dass mich bis in die Tiefe meines Seins durchdringt.

Die Gewissheit, etwas über die eigenen Grenzen hinaus geschafft zu haben.

Sich immer wieder angespornt zu haben, um das Ziel zu erreichen:

Den Gipfel - die Aussicht - die Belohnung.

 

Für unsere vorgangegangenen Generationen war die Belohnung der Wiederaufbau, der starke Sozialstaat, genügend Arbeitsplätze, ausreichende Gehaltszahlungen, unlimitierter Zugang zu Lebensmitteln.

Es ging um die Vision, Grundbedürfnisse zu decken und Grundwerte zu schaffen:

Sicherheit, die man auf den Trümmern des Krieges errichtete.

Die technische Revolution schritt mit Meilenstiefeln voran und ermöglicht bis heute Fortschritt, der zuvor immer nur von wenigen Köpfen erträumt wird.

Die Globalisierung brachte Vernetzung, neue Märkte und neue Chancen.

Die Freiheit, in Wohlstand zu leben.

 

Und jetzt?

Wofür stehst du jeden Morgen auf?

Was ist dein Antrieb?

Worauf hoffst du?

Welche Gipfel willst du erreichen?

HOFFNUNG, MUT UND SINNHAFTIGKEIT

Wenn du etwas aushalten willst, brauchst du eine Vision.

Denn wozu solltest du dich anstrengen, wenn es nichts gibt, was dich danach erwartet?

Du brauchst einen Sinn und Zweck.

Ein Why - ein WARUM.

 

Unsere Gesellschaft hat alles erreicht.

Wohlstand.

Arbeit.

Geld.

Essen.

Sicherheit.

Sozialstaat.

Alle Visionen und Ziele unserer Eltern und Großeltern haben sich verwirklicht.

Und ich denke genau das ist das Dilemma.

Denn wir haben in all dem Wachstum auf eines vergessen:

 

Auf die Emotionen.

 

Ohne Emotionen bleiben wir kalt.

Wir haben keine Bedürfnisse.

Wir folgen Befehlen.

Wir tun was man uns sagt.

Wir hoffen nicht, denn die Wahrscheinlichkeit der Realisierung können wir uns errechnen.

 

Doch Realität ist mehr als schwarz und weiß, und sie besteht auch nicht aus linearen Bahnen.

Die Realität und die Welt, das Leben selbst, erlebt und erweitert sich in Zyklen, in Rhythmen, und schafft Verbindungen, die wiederum neue Verbindungen erzeugen.

 

Die Welt ist bunt.

Die Welt ist Vielfalt.

Die Welt ist mehr als das, was wir sehen und messen.

 

Mögest du den Mut haben, deine Vision vom Leben zu erforschen und echten Sinn zu er-leben.

Möge sich deine Hoffnung darauf stützen, dass wir alle gemeinsam Zukunft gestalten.

Mut und Hoffnung sind wichtige Zutaten in einer sich verändernden Gesellschaft.

Du schaffst das!

Über die Autorin

Eva Hochstrasser ist Psychologische Beraterin, Systemischer Coach & Expertin für Raumenergetik.

Sie ist seit 2010 selbständig, schreibt Blogs, spricht Podcasts und gründete 2014 den SOULGARDEN Salzburg.

Lerne sie in unserem Videoformat der META MOMENTE genauer kennen.

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 6
  • #1

    CHRISTIANE (Donnerstag, 10 Dezember 2020 20:37)

    SUPER BLOG!

  • #2

    Eva (Donnerstag, 10 Dezember 2020 21:09)

    Vielen Dank Christiane!

  • #3

    Ingrid (Donnerstag, 10 Dezember 2020 22:13)

    Es liest sich ganz wunderbar, danke!

  • #4

    Eva (Donnerstag, 10 Dezember 2020 23:50)

    Ich freue mich, wenn ich dich inspirieren konnte Ingrid �

  • #5

    Hinterauer Melitta (Freitag, 11 Dezember 2020 08:31)

    Wie wahr...super Blog Eva...

  • #6

    Eva (Freitag, 11 Dezember 2020 15:59)

    Danke Melitta <3

 SOULGARDEN - Raum für Wachstum

Praxis für Weiterentwicklung

Aglassingerstraße 2

5023 Salzburg

+43 (0) 660 - 23 88 718

SOULGARDEN Impuls-Abo

Please share...